Altersstruktur: Ein Berufsstand kommt ins Pensionsalter
Über 60 % der unabhängigen Vermögensverwalter in der Schweiz sind heute älter als 55 Jahre. Viele von ihnen haben über Jahrzehnte ein stabiles, vertrauensbasiertes Geschäftsmodell aufgebaut. Doch die Realität zeigt: In unzähligen Büros schlummern Nachfolgethemen, die noch nicht geklärt sind – oft aus Zeitmangel, Unsicherheit oder fehlender Perspektive.
Wir führen regelmässig Gespräche mit Beraterinnen und Beratern, die ihr Unternehmen mit Bedacht weitergeben möchten – aber nicht wissen, wie sie diesen Übergang strukturieren können. Dabei ist gerade die Altersstruktur ein Weckruf: Jetzt ist der Moment, Weichen zu stellen.
Der Regulierungsdruck nimmt weiter zu
Mit dem Inkrafttreten von FINIG und FIDLEG hat sich der Alltag vieler EAMs verändert. Die Anforderungen an Compliance, Reporting, IKS und die technische Infrastruktur sind gestiegen – und werden auch in Zukunft weiter verschärft. Viele kleinere Anbieter haben Mühe, diese Last allein zu stemmen.
Wir beobachten: Die Zeit, die für Kundenbetreuung zur Verfügung steht, wird kürzer – der administrative Aufwand hingegen wächst stetig. Das macht es umso wichtiger, sich Gedanken über Synergien, Partnerschaften oder Nachfolgemodelle zu machen.
Konsolidierung: Der Markt bewegt sich – langsam, aber stetig
Zahlreiche kleine EAMs denken über Zusammenschlüsse, Kooperationen oder die Abgabe ihrer Tätigkeit nach. Während einige aktiv auf andere zugehen, zögern viele – aus Sorge, die Kontrolle zu verlieren oder ihre Unabhängigkeit aufzugeben.
Unsere Erfahrung zeigt: Die beste Lösung ist selten ein harter Schnitt, sondern ein durchdachter Übergang. Modelle wie Integration, Teilkooperation oder schrittweise Übergabe bieten genau die Flexibilität, die viele EAMs suchen – wenn sie rechtzeitig ins Gespräch kommen.
Der Handlungsdruck wächst – aber auch die Chancen
Klar ist: Der Markt wird sich weiter konsolidieren. Die Anforderungen steigen, der Wettbewerb wird anspruchsvoller und Kunden werden sensibler für Themen wie Nachfolge und Stabilität. Wer jetzt handelt, kann aktiv gestalten. Wer wartet, muss später oft reaktiv handeln – unter schlechteren Bedingungen.
Wir begleiten EAMs auf diesem Weg – partnerschaftlich, strukturiert und mit einem tiefen Verständnis für ihre Realität. Gemeinsam schaffen wir Lösungen, die wirtschaftlich sinnvoll, menschlich stimmig und regulatorisch tragfähig sind.